Pressemitteilung 01.Juni

Sehr geehrte Damen und Herren, Medien und Geschwister im Kampfe,

mit einer sehr tiefen Wunde schreiben wir diese Erklärung. Seit Beginn unseres Kampfes, entgeht uns nicht die fehlende Bereitschaft der Behörden ihre Verantwortung zu übernehmen. Wobei in unserer Strategie die Zusammenarbeit immer an erster Stelle stand. Zu unserer großen Überraschung haben die Behörden versucht diesen Akt der Stärke gegen uns zu verwenden.

In der Tat hat vor dem «Schwarzen Dienstag» (20.05.14- Räumung des Breitscheidplatzes) die Integrationsbeauftragte von Sachsen Anhalt, Susi Möbbeck, geplant zu unserem Treffen zu kommen. Aber schließlich kam es am 20. Mai durch die Mitschuld der Kirche, des für Berlin zuständigen Ministers, des Verantwortlichen von Sachsen -Anhalt und der Polizei, auf einer brutalen und gewaltsamen Weise, zur Festnahme der Gruppe in Berlin.
Später nahmen wir die Einladung, mit der Integrationsbeauftragten von Sachsen Anhalt, Susi Möbbeck , am Freitag den 23. Mai in Merseburg zu verhandeln, an. Das Ergebnis dieser Sitzung war, eine möglichst schnelle Lösung für die gesamte Gruppe zu finden. Um unsere Fälle besser studieren zu können, wurde ein weiterer gemeinsamer Termin in Magdeburg vereinbart.

Am Mittwoch den 28.Mai waren wir schließlich in der Ausländerbehörde Magdeburg, wo wir enttäuscht wurden. Erstens sollte es dort um die Auflösung einiger Abschiebungen der Gruppe und die Wiedereröffnung unserer Fälle gehen. Doch die Verantwortliche konnte nichts für uns tun. Unserer Meinung nach ist es die Angst ihren Job zu verlieren, die sie veranlasst hat zu sagen, dass sie nichts für uns tun kann, was jedoch beim letzten Treffen in Merseburg nicht der Fall war.

Zweitens, hat sie keine Lösung bezüglich unserer Integration und Probleme, denen wir in Sachsen-Anhalt ausgeliefert sind, vorgeschlagen. Wie traurig ist es zu wissen, dass ein Bundesland nicht in der Lage ist ein soziales Problem zu lösen und, dass die Zukunft der Geflüchteten diesem Land gleichgültig ist.

Diese mangelnde Bereitschaft und insbesondere die Bilanz dieser beiden Treffen zeigt, dass die deutsche Politik die Geflüchtetenrechte ablehnt und banalisiert. Wo sind die Menschenrechte?

Seit dem «Schwarzen Dienstag» wird ABDOUL Kaboré in einem Gefängnis festgehalten. Am vergangenen Mittwoch, wurde die Entscheidung über seine Abschiebung aufgehoben. Der nächste Abschiebetermin ist nun für den 30. Juni geplant.

Den Behörden dieses Landes mangelt es an Respekt und Rücksichtnahme gegenüber den Geflüchteten. Wenn ein Ereignis wie die Abschiebung aufgehoben werden kann, kann es auch abgesagt werden.

Deshalb prangern wir die Behörden an nicht Aufrichtig zu sein, da ihnen ihr Job wichtiger ist, als Leben zu retten.

Wir klagen sie an, unsere Forderungen nicht berücksichtig zu haben. Jede_r, die/der seit Beginn unsere Situation verfolgt hat, kann dies selbst feststellen.

Wir klagen zudem die Behörden an, uns rassistisch zu diskriminieren, da wir afrikanische Ausländer sind.

Wir fordern die endgültige Freiheit für ABDOUL. Wir fordern, dass unsere Fälle gut behandelt werden, damit am Ende unsere Integration in diesem Land ermöglicht wird.

Wir fordern für alle eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung in Deutschland.

Wir wünschen uns, dass die Behörden uns als Menschen mit Rechten und nicht als wilde Bestien wahrnehmen.

Die Gruppe ist und bleibt weiterhin zusammengeschweißt, was auch immer für Hindernisse uns begegnen werden. Wir sind angetrieben durch die Verzweiflung, die Wut und den Durst nach Anerkennung, als Menschen akzeptiert zu werden und vor allem im Besitz unserer Rechte zu sein.

Unser Kampf ist noch lange nicht vorbei. Deshalb sagen wir:

NEIN zur Abschiebung!
NEIN zur Ungerechtigkeit!
NEIN zur Diskriminierung!
NEIN zur moralischen Gewalt !
Der Kampf geht bis zum endgültigen Sieg weiter.

Asylum Rights Evolution

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Déclaration de presse 1.Juin

Madames et messieurs des médias, frères et soeurs de lutte,

c’est avec une blessure très profonde que nous vous faisons la déclaration suivante.Depuis le début de notre lutte, nous n’ignorons pas le manque de volonté des autorités à prendre leurs responsabilités. Cependant, dans notre stratégie de lutte la collaboration était au premier rang. A notre grande surprise, les autorités ont essayé d’utiliser cet acte de grandeur pour nous ternir.

En effet, avant le « mardi noir » (20.05.14- évacuation du Breitscheidplatzes), la responsable de l’integration de Saxe-Anhalt, Susi Möbbeck, avait prévu de venir à notre rencontre. Mais par la suite, une complicité de l’église, du ministre responsable de Berlin, de la responsable de Saxe-Anhalt et de la police, à méchamment et violemment procédé à une arrestation du groupe le 20 mai à Berlin.

Par la suite, nous avons accepté l’invitation de négocier avec l’une des responsable de Saxe-Anhalt, Susi Möbbeck,  le vendredi 23. mai à Merseburg. Il en découle de cette réunion qu’une solution serait prise le plus vite possible pour le groupe. Un autre rendez-vous à Magdebourg a alors été pris dans ce sens afin de pouvoir mieux étudier notre situation.

Le mercredi 28. mai nous avons alors été à Magdebourg au ministère social où nous avons été déçus. Tout d’abord parce qu’il était question d’annuler les déportations en cours de certains et de réouvrir nos dossiers. Par soi-disant peur de perdre son poste à notre avis, elle a dit qu’elle ne pouvait rien, ce qui n’était pas le cas à la réunion de Merseburg.

La deuxième chose est qu’elle n’a proposé aucune solution concernant notre intégration et surtout concernant les problèmes auxquels nous faisons face en Saxe-Anhalt. Quelle tristesse tout un état fédéral incapable de résoudre un problème social et un pays entier indifférent à l’avenir des réfugiés.

Ce manque de volonté et notamment le bilan de ces deux réunions laisse voir que la politique allemande repousse et banalise le droit des réfugiés. Où sont les droits de l’homme ? 

Depuis le mardi noir, ABDOUL KABORE est détenu dans une prison. Mercredi dernier, la décision concernant sa déportation a été suspendue. Et la prochaine date est maintenant programmée pour le 30 juin.

Les autorités de ce pays manquent de respect et de considération à l’égard des réfugiés. Si un événement comme la déportation peut être suspendu, il peut aussi être annulé.

Pour se faire, nous accusons les autorités de manque de bonne foi car ils/elles préfèrent leurs postes que de sauver des vies humaines.

Nous les accusons de manque de considération concernant nos revendications et toutes les personnes qui s’informent de notre situation depuis le début peuvent s’en rendre compte eux-mêmes.

Nous accusons de plus les autorités de discrimination raciale du fait que nous soyons des étrangers africains.

Nous exigeons la libération définitive d’ABDOUL. Nous exigeons que nos dossiers soient bien traités afin de permettre notre intégration dans ce pays.

Nous exigeons de tous obtenir l’autorisation de séjour durable en Allemagne.

Nous souhaitons vivement que les autorités nous considèrent comme des personnes possédant des droits et non comme des bêtes sauvages.

Le groupe est et restera soudé quels que soient les obstacles qu’il rencontrera car nous sommes animés par la désolation, la rage et la soif d’être considérés comme des êtres humains et surtout d’être en possession de nos droits.

Notre lutte est très loin d’être terminée. Alors, nous disons :

Non à la déportation !

Non à l’injustice !

Non à la discrimination !

Non à la violence morale !

Le combat continu jusqu’à la victoire finale.

Asylum Rights Evolution.

 

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Information über den Alarm von gestern!

An die Brüder und Schwestern im Kampfe, an all jene nah und fern, die sich solidarisieren, wir danken euch für die Mobilisierung von gestern. Es war geplant, dass unser Bruder im Kampfe KABORÉ ABDOUL vom Berliner Flughafen nach Spanien abgeschoben werden sollte. Aber dank der Mobilisierung aller konnte dieses unglückliche Ereignis ausgesetzt werden.

Wir wollen euch dazu aufrufen, wachsam zu bleiben, bis die laufende Abschiebung gegen unseren Bruder für immer gestoppt ist. Denn gestern haben wir es nur geschafft, dass die Entscheidung verschoben wurde. Deshalb rufen wir alle Brüder und Schwestern im Kampfe, das Personal der verschiedenen Flughäfen Deutschlands, die Medien, die Menschenrechtsorganisationen, die Zivilgesellschaft auf, dafür zu sorgen, dass dieses unglückliche Ereignis aufgehoben wird – für unseren Bruder Kaboré Abdoul und für die ganze Gruppe.

Wenn die Behörden dieses Ereignis verschieben konnten, zeigt dass, dass sie die Macht haben, diese Abschiebung definitiv zu stoppen. Wir wünschen uns also eine sehr besonnene Entscheidung ihrerseits bezüglich der Fälle der gesamten Gruppe.

Im Moment haben wir keine Informationen bezüglich der Zeit und des Ortes seiner Abschiebung; sie wollen diese Aktion also ganz diskret durchführen. Welch Trauerspiel!

Wir sagen gemeinsam:

Nein zur Abschiebung von ABDOUL KABORÉ!
Nein zur Ungerechtigkeit!
Nein zu der Misshandlung der Geflüchteten!
Ja zur Freiheit von ABDOUL!
Ja zum Respekt vor den Geflüchteten!

Der Kampf geht weiter bis zum letzten Sieg.

Asylum Rights Evolution

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Information sur l’alerte d’hier!

Aux frères et sœurs de lutte, à tous ceux qui de loin ou de près nous sont solidaires, nous vous remercions pour la mobilisation d’hier. Il était prévu que notre frère de lutte KABORÉ ABDOUL devrait être déporté vers l’Espagne à partir de l’aéroport de Berlin. Mais grâce à la mobilisation de tous, cet événement malheureux a été suspendu.

Nous vous incitons de rester sous vos gardes afin que cette déportation en cours de notre frère soit arrêtée pour toujours. Car hier nous avons simplement réussi à ce que la décision soit reportée. Alors, nous exhortons l’ensemble des frères et sœurs de lutte, à tous le personnel des différents aéroports d’Allemagne, aux médias, aux organisations des droits de l’homme, à la société civile de faire en sorte que cet événement malheureux soit aboli – pour notre frère de lutte Kaboré Abdoul et pour l’ensemble du groupe.

Si hier les autorités ont pu reporter cet événement, tout prouve maintenant qu’ils ont le pouvoir d’annuler définitivement cette déportation. Nous souhaitons alors une décision très sage de leurs part concernant ce dossier et du dossier de l’ensemble du groupe.

Actuellement nous n’avons pas d’information concernant l’heure et le lieu de sa déportation; ils veulent alors effectuer cette action en toute discrétion. Quelle tristesse !

Ensemble disons:

Non à la déportation de ABDOUL KABORÉ !
Non à l’injustice !
Non à la maltraitance des réfugiés !
Oui à la liberté de ABDOUL!
Oui au respect des réfugiés !

Le combat continue jusqu’à la victoire finale.

Asylum Rights Evolution

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Pressemitteilung des Antirassistischen Netzwerks Sachsen-Anhalt

++ Pro­test­camp von Flücht­lin­gen aus LSA in Ber­lin von Po­li­zei be­en­det ++ 11 Fest­nah­men und „Rück­füh­rung“ der Re­fu­gees nach LSA ++ Ein Ak­ti­vist soll ab­ge­scho­ben wer­den ++ So­li­da­ri­täts­kund­ge­bung am 27.​05. in Halle wäh­rend der An­hö­rung des Ak­ti­vis­ten (pres­se­be­richt) ++ Ab­schie­bung am 28.​05. er­folg­reich ver­hin­dert ++ Re­fu­gee-​Ak­ti­vist soll nun am 3. Juni von Ber­lin Tegel mit Po­li­zei­ge­walt ab­ge­scho­ben wer­den!

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Pressemitteilung des IOJ e.V. und des ITAP e.V.

Die Initiativen in Gedenken an Oury Jalloh e.V und Togo Action Plus e.V verurteilen das unangemessene, absprachenwidrige Vorgehen der Berliner Polizei gegen die Flüchtlinge vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am 20.05.2014. Sie fordern umgehende Aufhebung der Abschiebehaft eines der Betroffenen und das Absehen von Sanktionen gegen politisch aktive Flüchtlinge.

Als Menschenrechtsorganisationen fordern sie residenzunabhängige, politische und soziale, den Bürgern gleichgestellte Teilhaberechte von Flüchtlingen und resultierend die zügige Änderung der menschenrechtsverachtenden, nicht selten tödlichen bundesdeutschen und europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik.

Hintergrund:
Seit Jahren wird von Menschenrechtlern das Asylrecht in der Bundesrepublik Deutschland scharf kritisiert, das immer wieder zur Verletzung humanitärer Grundrechte und nicht selten zu Erkrankungen und Todesfällen von Geflüchteten führt. Diese werden hier gezwungen, jahrelang in abgeschiedenen und unzureichend ausgestatteten Asyllagern zu leben. Oft sind dort zudem die hygienischen Verhältnisse katastrophal – Kakerlakenbefall der Zimmern und Betten sowie Ratten in den Lagern sind keine Seltenheit. Oft über Jahre isoliert entwickeln betroffene Flüchtlinge Depressionen und stehen mit ihren Problemen meist alleine da. Ihr von Kettenduldungen geprägtes Leben – oftmals über 10 oder 15 Jahre – in solchen Lagern bietet keine wirkliche Zukunftsperspektive, sie werden zermürbt, werden resultierend oft körperlich und seelisch krank. Hinzu kommen Repressionen durch die zuständigen (Ausländer-)behörden und sozialen Einrichtungen. Eine Vielzahl der Geflüchteten fand sich zudem willkürlichen Entscheidungen von Polizei und Justiz ausgeliefert. Durch allein in der Bundesrepublik Deutschland geltende Sondergesetze wie die Residenzpflicht haben Geflüchtete de facto kaum Chancen, sich über die zugewiesene Region hinaus zu bewegen und weiterreichende Kontakte zu knüpfen. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist ihnen verwehrt. Einem Großteil hier Schutz und Zukunft Suchender werden so angemessene Chancen auf ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben in Deutschland verwehrt, ihre Zukunft verbaut.

Nicht erst seit dem 03.05.2014 haben betroffene Flüchtlinge ihre legitimen Forderungen nach humanitärer Änderung des Flüchtlings- und Asylrechts und nach politischer Teilhabe am entsprechenden Diskurs mit unterschiedlichen Aktion auch nach Berlin getragen, um diese hier für die bundesdeutsche und auch europäische Öffentlichkeit deutlich sichtbar zu machen, so Solidarität, Umdenken zu erreichen und entsprechende Gesetzesänderungen zu anzustreben.

In den absprachewidrigen Festnahmen der 11 Flüchtlinge am Vormittag des 20. Mai 2014, ihrer so erzwungenen Identifizierung und Rückführung nach Sachsen-Anhalt in die ihnen zugewiesenen Flüchtlingsheime, in einem Fall sogar in die Abschiebehaft, sehen wir bewusstes Praktizieren einer entmündigenden Abschreckungspolitik, die anstrebt, Betroffene mundtod zu machen, sie davon abzuhalten, ihre berechtigten Forderungen in den politischen Diskurs zum deutschen und europäischen Asyl- und Flüchtlingsrecht angemessen einfließen zu lassen und an diesem teilzuhaben.

Das ohne Zweifel politisch verordnete Vorgehen der Berliner Polizei gegen die Flüchtlinge an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirchewegen am 20. Mai 2014 wegen Verstoßes gegen die Residenzpflicht wird durch die unterzeichnenden Menschenrechtsorganisationen auf das schärfste verurteilt, nicht nur weil es sich bei dem vorgehalten Verstoß lediglich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, die eine zwangsweise Durchsetzung überhaupt nicht erforderte.

Der diskriminierende, menschenrechtsverachtende Umgang mit Flüchtlingen muss umgehend nachhaltig beendet werden.

Die europäische und bundesdeutsche Asyl- und Flüchtlingspolitik führt regelmäßig zu massiven Verstößen gegen gültige humanitäre Rechte, wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Die Missachtung der legitimen Forderungen von Flüchtlingen auf Änderung geltenden Flüchtlings- und Asylrechts muss endlich abgestellt, ihre inklusive Teilhabe am entsprechenden politischen Diskurs sichergestellt werden. Flüchtlinge sind Menschen wie wir!

Die Intitiative im Gedenken an Oury Jalloh und Togo Action Plus solidarisieren sich mit den unten genannten politischen Forderungen der Flüchtlinge und fordern die Bundesregierung auf, die politischen Voraussetzungen für deren Umsetzung in der Bundesrepublik zu schaffen und auf europäischer Ebene auf entsprechende Umsetzung hinzuwirken.

Forderungskatalog:

  • sofortige Freilassung des am 20.5.14 am berliner Breitscheidtplatz inhaftierten Geflüchteten aus der Abschiebehaft in Sachsen- Anhalt, eine Abschiebung wäre für ihn lebensbedrohlich
  • sofortige und rückwirkende Sanktionsfreiheit politischer Aktivitäten von Flüchtlingen und Asylsuchenden auch außerhalb der zugewiesenen Residenz
  • generelle Aufhebung der Residenzpflicht
  • Stopp aller Abschiebungen
  • Schließung aller Flüchtlingslager und damit das Ende der unwürdigen, isolierenden, krankmachenden Unterbringung von Geflüchteten
  • dezentrale Wohnungen für alle Geflüchteten
  • dauerhafte Anerkennung des Aufenthaltes von Flüchtlingen in der Bundesrepublik.
  • Arbeitsrecht für alle Flüchtlinge und Asylsuchenden
  • soziale Gleichstellung von Flüchtlingen und Asylsuchenden mit den Bürgern in der Bundesrepublik Deutschland und Europa
  • Aufhebung der Dublin-II-Verträge, die seit Bestehen unzählige Menschenleben forderten und täglich weiter fordern

Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V und der Initiative Togo Action Plus e.V
Mouctar Bah und Komi E.

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Pressemitteilung des Bündnis „Stop Deportation Berlin“

Abschiebung erfolgreich verhindert

Refugee-Aktivist soll nun am 3. Juni mit Polizeigewalt abgeschoben werden

Nach den Festnahmen von elf Aktivisten vor der Berliner Gedächtniskirche konnte heute die Abschiebung von einem von ihnen von Air Berlin nach Madrid aufgehalten werden.

Über 70 Menschen demonstrierten heute am Flughafen Tegel friedlich gegen die Abschiebung des asylsuchenden Aktivisten Abdoul Drammé Kaboré nach Madrid.
In Verbindung mit einer von UnterstützerInnen der Gruppe „Asylum Rights Evolution“ organisierten Öffentlichkeits- und Faxkampagne und der Protestaktion am Terminal C konnte die Abschiebung durch die ausführende Fluggesellschaft Air Berlin bis auf weiteres verhindert werden.

Laut Kaborés Anwalt Volker Gerloff soll der nächste Abschiebeversuch am 3. Juni mit dem Einsatz von Polizei durchgeführt werden, damit Kaboré sich nicht wehren könne. 
Kaboré ist einer der 11 Aktivisten, die bis vor einer Woche vor der Berliner Gedächtniskirche friedlich gegen das europäische Abschiebesystem, gegen Dublin II und für ein Bleiberecht demonstriert hatten. Wenige Tage nach dem gescheiterten Versuch, in der Gedächtniskirche Schutz zu erlangen, waren sie vor der Kirche festgenommen worden. Die Polizei und Innensenator Henkel begründeten die Maßnahme mit der Verletzung der Residenzpflicht – das Gesetz, das Geflüchteten das Recht auf Bewegungsfreiheit abspricht und gegen welches die Gruppe aus Sachsen-Anhalt unter anderem demonstriert hatte.

„Diese Festnahmen sowie der Abschiebeversuch als direkte Konsequenzen daraus, dass sie ihr Recht auf Demonstrationsfreiheit wahrgenommen hatten, zeigen eine neue Qualität des repressiven Umgangs der Berliner Polizei und des Innensenats, die darauf abzielt, den Protest der Geflüchteten aus dem Stadtbild endgültig verschwinden zu lassen und mit der Strategie der Abschreckung für folgende Proteste Exempel zu statuieren.“, so Hannah Hoffmann, Sprecherin des Bündnis „Stop Deportation Berlin“.

Abdoul Drammé Kaborés Festnahme sowie seine drohende Abschiebung sind Ausdruck eben jener deutschen und europäischen Gesetze, gegen die er demonstriert hat. Die Dublin-II-Verordnung der EU sieht vor, dass Geflüchtete das Land, in dem sie zuerst europäischen Boden betreten haben, abgeschoben werden können. Für Kaboré bedeutet dies mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass er von Spanien direkt in sein Herkunftsland Burkina Faso abgeschoben wird.

Hoffmann weiter: „Wir begrüßen die Stornierung der Abschiebung durch Air Berlin und fordern die Fluggesellschaft auf, sich auch beim nächsten Abschiebeversuch am 3. Juni nicht zur Komplizin des deutschen und europäischen Abschiebesystems zu machen.“

 

UnterstützerInnen der Gruppe „Asylum Rights Evolution“ und

„Stop Deportation Berlin“

 

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